Datenhoheit und Autonomie
über das Leben hinaus.
Bewusstsein stärken
Ein stärkeres Bewusstsein für IT-Sicherheit und Datenschutz, dazu die digitale Selbstbestimmung von Bürger:innen ermöglichen: Das sind zwei wesentliche Ziele von DATALE.
Das Projekt unterstützt bei der Wahrnehmung des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung, indem es zentrale Fragen des Umgangs mit persönlichen Daten über den Tod hinaus erhebt.
Bedürfnisse verstehen
Kooperative Designansätze können dazu beitragen, die emotionalen Bedürfnisse von Beteiligten und ihren Angehörigen besser zu verstehen.
DATALE erarbeitet den Status Quo von digitalen Nachlässen und erhebt Bedarfe bei privaten Haushalten und in Zusammenarbeit mit Hospizvereinen. So möchte es ein umfangreiches Bild von gesellschaftlichen Erwartungen ermitteln und in die Erarbeitung von Handreichungen einfließen lassen, beispielsweise zu Themen wie „Datensterben“ und „Datenerben“.
Zukunft mitgestalten
Für die Gestaltung geeigneter Lösungen analysiert das Projekt bestehende Tools zur postmortalen Datenverwaltung. Dabei wird bewertet, ob sie nutzerzentriert gestaltet sind („Afterlife-Readiness“).
Daraus sollen Anforderungen an die Privatsphäre sowie der rechtliche und technische Rahmen zukünftiger Lösungen abgeleitet werden.
Das ist neu.
-
Projekt DATALE gestartet
Im August sind Mitarbeiter:innen der Projektpartner am Fraunhofer FIT in Sankt Augustin zusammengekommen, um ihre Arbeit an „DATALE: Datenhoheit und Autonomie über das Leben hinaus:…
Da simmer dabei.
Universität Siegen

Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik
Der Lehrstuhl von Prof. Dr. Stevens erforscht nutzerzentrierte IT-Sicherheit und Cybercrime mit dem Ziel, die digitale Souveränität von Bürger:innen zu steigern. Er verfügt über umfangreiche Forschungserfahrung in den Bereichen Verbraucherinformatik, Usable Privacy und Security, zu denen eine Reihe von Forschungsprojekten gehört (z.B. AntiScam, BeDeNutz, SAM-Smart oder CheckMyVA).
Der Aufgabenbereich des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik in DATALE umfasst unter anderem die Ermittlung von Anforderungen und Bedürfnissen von Privathaushalten. Neben der Erhebung des öffentlichen Diskurses zum Thema digitaler Nachlass werden Gestaltungsworkshops mit Bürger:innen durchgeführt und untersucht.
Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Immaterialgüterrecht
Im Lehrstuhl von Prof. Dr. Maximilian Becker geht es um Daten- und IT-Recht mit Fokus auf die europäische Regulierung von Daten, Datenmärkten sowie von künstlicher Intelligenz. Insbesondere der Einsatz von KI im Gesundheits- und Medienbereich wird hier erforscht. Prof. Becker begleitet seit 2015 den Aufbau des digitalen Binnenmarktes, wozu er auch mit der Arbeitsgruppe „Digitaler Neustart“ der Konferenz der Justizminister:innen der Länder Gesetzgebungsvorschläge unterbreitet hat.
Für das Projekt fertigt der Lehrstuhl Rechtsanalysen an und prüft die vertraglichen Gestaltungsmöglichkeiten eines digitalen Nachlasses.
Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

Human-Centered Engineering and Design
Die Abteilung besitzt fundierte Expertise in der Entwicklung und Implementierung menschzentrierter, technologiebasierter Lösungen. Im Rahmen ihrer Mitarbeit nutzt sie ihr in der Design Thinking Factory gebündeltes Wissen über empirische Anforderungserhebung und ko-kreative Lösungsgestaltung, um DATALE zu koordinieren und Schulungsmaterialien zu entwickeln.
In seiner Verantwortung für das Projektmanagement kann Fraunhofer FIT auf Erfahrungen mit zahlreichen nationalen und internationalen Projekten zurückgreifen. Darüber hinaus unterstützt Human-Centered Engineering and Design die Bedarfsermittlung in Hospizvereinen.
„Der Begriff der digitalen Mündigkeit verweist auf eine Ethik ohne feststehende Moral. Wenn wir in der Netzwelt unter Wahrung von Privatheit und Freiheit des Einzelnen interagieren wollen, können wir nicht die moralische Kommunikation jedweder Einzelkultur abbilden. Wir sollten uns aber verständigen können über die Bedingungen, die erforderlich sind, damit so etwas wie gelingende Verständigung wahrscheinlich wird. Wir sollten Informationen darüber austauschen, wie man geschickt mit Informationen umgehen kann. Und zwar in dem Sinne, dass Informationen der Verbesserung von Erziehung und Bildung der menschlichen (Selbst-) Vervollkommnung dienen. Damit kommt ein Maßstab von Vervollkommnung ins Spiel, der von dem der technologischen Perfektionierung grundsätzlich verschieden ist.”
Informationstheorie für Designer, Christian Bauer

